Gehalt: Unternehmen zahlen aus Angst vor Compliance-Verstößen zu viel Lohn
Unternehmen zahlen Sicherheitszuschlag auf Gehälter – aus Angst vor Rechtsverstößen
Viele deutsche Firmen überweisen ihren Beschäftigten bewusst mehr Lohn als eigentlich nötig. Der Grund: Sie wollen sich vor arbeitsrechtlichen Fehlern schützen. Laut einer aktuellen Studie zahlen Unternehmen diesen „Angst-Zuschlag“ als Risikominderung und nehmen damit erhebliche Zusatzkosten in Kauf.
Wo kommt dieser Zuschlag her?
Hinter dieser Praxis steckt die Sorge vor Compliance-Verstößen. Unternehmen fürchten, dass sie bei komplizierten Lohn- und Gehaltsregelungen (Mindestlohn, Zuschläge, Überstunden, Sozialversicherung) unbeabsichtigt gegen Gesetze verstoßen könnten. Um auf der sicheren Seite zu sein, zahlen sie lieber etwas mehr – als später Nachzahlungen, Strafzinsen oder Bußgelder riskieren zu müssen.
Praktische Auswirkungen
Das führt zu einem erheblichen Kostenrisiko: Betriebe können ihre Lohnkosten nicht mehr präzise kalkulieren. Die Überbezahlungen summieren sich zu einem „notwendigen Übel“ für viele Arbeitgeber. Gleichzeitig erhalten Arbeitnehmer durch die Angst ihrer Arbeitgeber faktisch höhere Löhne – ohne dass dies bewusst vereinbart wurde.
Arbeitsrechtler sehen darin ein strukturelles Problem: Unternehmen bräuchten bessere Beratung und klarere rechtliche Vorgaben, um diese kostspieligen Sicherheitszuschläge überflüssig zu machen.
Gültig ab: Dauerzustand (keine zeitliche Befristung)