Tarifbindung: Nationaler Aktionsplan zur Tarifbindung: Das kommt auf Arbeitgeber zu
Aktionsplan soll mehr Arbeitnehmer unter Tarifverträge bringen
Die Bundesregierung hat einen Nationalen Aktionsplan zur Förderung der Tarifbindung verabschiedet. Damit reagiert Deutschland auf Vorgaben der EU-Mindestlohn-Richtlinie, die eine stärkere Tarifbindung in den Mitgliedstaaten vorsieht. Der Plan enthält konkrete Maßnahmen, um die Quote der tarifgebundenen Arbeitnehmer zu erhöhen.
Was ist der Hintergrund?
Derzeit sind in Deutschland nur noch etwa 50 Prozent der Arbeitnehmer durch einen Tarifvertrag abgesichert – Tendenz sinkend. Die EU sieht darin ein Problem für faire Arbeitsbedingungen und verlangt von den Mitgliedstaaten konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Tarifbindung.
Welche Maßnahmen sind geplant?
Der Aktionsplan sieht mehrere Ansatzpunkte vor. Dazu gehören unter anderem die Erleichterung von Tarifverhandlungen, bessere Information von Arbeitgebern und Arbeitnehmern über Tarifverträge sowie die Unterstützung von Branchen mit niedriger Tarifbindung. Zudem werden Maßnahmen zur Stärkung der Sozialpartner diskutiert.
Praktische Auswirkungen
Für Arbeitgeber: Unternehmen sollten sich frühzeitig über ihre mögliche Tarifbindung informieren. In vielen Branchen könnten sich die Anforderungen zur Tarifbindung verschärfen. Für Arbeitnehmer: Mehr Tarifbindung kann zu besseren Arbeitsbedingungen und transparenteren Lohnregelungen führen.
Gültig ab: Der Plan wurde vom Bundeskabinett verabschiedet; konkrete Umsetzungsschritte folgen